Elisenfels / Arzberg, 27.02.2021

Großbrand einer Glasschmelzhafenfabrik, in Elisenfels / Arzberg

Zu einem der größten Brandeinsätze der letzten Jahre mussten in der Nacht vom 27.02.2021 um 00:10 Uhr zahlreiche Einsatzkräfte aus dem Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge, dem Nachbarlandkreis Tirschenreuth, sowie unser Fachberater André Murrmann.

Das Feuer war weit zu sehen

Ein Feuer war in einem langgezogenen Industriekomplex ausgebrochen. Innerhalb kürzester Zeit griff dieses auf das Dachgeschoss des Gebäudes über. Schon während der Anfahrt wurde aufgrund des weithin sichtbaren Feuerscheins und der örtlichen Gegebenheiten (enge Zufahrt ins „Röslautal“ und sehr eingeschränkte Platzverhältnisse vor dem Industriebau) die Alarmstufe von B4 auf B6 erhöht, dadurch wurden mehr Feuerwehren hinzugezogen. Um das Feuer schnell unter Kontrolle zu bringen, veranlasste die Einsatzleitung im weiteren Verlauf zusätzliche Nachalarmierungen der Feuerwehren. Nachdem der Brand bereits unter Kontrolle schien, loderten im nächsten Moment aus dem Dachgeschoss des angebauten Gebäudes erneut meterhohe Flammen auf. Die vor Ort befindlichen Drehleitern (Waldsassen, Marktredwitz und Wunsiedel) mussten mehrfach umgesetzt werden, um der Lage Herr zu werden.

Die ersten Helfer sind schon zum Zeitpunkt der Alarmierung, um 0:10 Uhr zusammen mit unserem Fachberater, in den Ortsverband gefahren. Dadurch konnten die Helfer gut vorarbeiten und den Fachberater vor Ort entlasten. An der Einsatzstelle hatte unser Fachberater gut zu tun, um den Feuerwehren und dem BRK unsere Unterstützung anzubieten. Da rund 200 Einsatzkräfte vor Ort waren, bat uns das BRK darum sie bei der Verpflegung zu unterstützen. Die Feuerwehr bat uns darum die Kraftstoffversorgung der Pumpen aufrecht zu erhalten. Zwei unserer Helfer fuhren daher um 2:00 Uhr zur örtlich ansässigen Brauerei Nothhaft, in Marktredwitz, um dort Getränke zu holen. Ebenfalls hat die Bäckerei Gollner in Arzberg eine Sonderschicht eingelegt um den Einsatzkräften vor Ort frische eingebackene Wiener zur Verfügung zu stellen. Die Freude über den noch warmen Snack war groß, denn es war eine kalte Nacht.

Ein Vollalarm für unseren Ortsverband erfolgte um 5:10 Uhr. Da sich in nur drei Meter Entfernung ein gefüllter Flüssiggastank, mit 5 Fassungsvermögen, befand, war die Sorge groß, dass durch herabfallende Dachziegel dieser Schaden nehmen könnte. Mit Hilfe einer, von uns angefertigten, Holzkonstruktion schützten wir den Tank. Es musste auch aufgrund der enormen Brandeinwirkung damit gerechnet werden, dass die Giebelseite des Gebäudes auf den Tank stürzen könnte. Durch den hinzugezogenen Baufachberater des Ortsverbandes Weiden, konnte mit voranschreiten der Löscharbeiten glücklicherweise aber Entwarnung gegeben werden.

Als das Feuer gelöscht war, pumpten wir den Keller des Industriegebäudes aus. Da sich im Keller gefüllte Heizöltanks befanden, wollte man einen Ölschaden vermeiden. Durch das Löschen des Feuers lief sehr viel Löschwasser in den Keller, deshalb hatte man Bedenken, dass die Tanks aufschwimmen und auslaufen könnten. Drei Schmutzwasserpumpen kamen hier zum Einsatz und der Wasserspiegel sank schnell, so konnte am frühen Abend zurück gebaut werden.

Insgesamt waren aus unserem Ortsverband 15 Helfer im Einsatz. Nach einer Einsatzdauer von ca. 20 Stunden waren alle Beteiligten müde, aber zufrieden und stolz als der Einsatz beendet und die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt war. Da bei diesem Großbrand ein großes Stück Geschichte verloren ging und einige unserer Helfer die Firma gut kannten, war die Bestürzung groß.


  • Das Feuer war weit zu sehen

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